Aufwachsen in der Unternehmerfamilie
Bonita Grupp, die zusammen mit ihrem Bruder den renommierten deutschen Textilhersteller Trigema leitet, hat Einblicke in ihre ungewöhnliche Kindheit gegeben. Im Interview beschreibt die Unternehmerin, wie ihre Erziehung von Sparsamkeit und Pragmatismus geprägt war – ein Ansatz, der bis heute ihre Geschäftsphilosophie beeinflusst.
Anders als viele ihrer Altersgenossen erhielt Grupp als Kind kein regelmäßiges Taschengeld. Stattdessen wurde sie in einer Umgebung großgezogen, in der Konsumverzicht und Ressourceneffizienz gelebt wurden. Diese Erziehung war kein Mangel, sondern ein bewusstes pädagogisches Konzept der Familie – ganz im Sinne der Unternehmerwerte, die Trigema bis heute prägen.
Sparsamkeit als Erfolgsfaktor
Die Chefin des Unternehmens berichtet, dass sie neue Kleidung bekam, wenn sie sie wirklich benötigte – nicht aus Laune oder Trend. Diese praktische Herangehensweise an Konsum und Produktion hat sich in der DNA von Trigema widergespiegelt. Das Familienunternehmen, das für qualitativ hochwertige Textilien "Made in Germany" bekannt ist, setzt auf Langlebigkeit statt Massenproduktion.
Grupps Kindheitserfahrungen zeigen, wie familiäre Werte und Unternehmenskultur zusammenhängen. Die Fokussierung auf Qualität, Nachhaltigkeit und effiziente Ressourcennutzung bei Trigema sind kein Zufall – sie sind das Ergebnis einer Erziehung, die Verantwortung und kritisches Konsumverhalten förderte.
Tradition trifft modernes Management
Heute führt Grupp Trigema in einem Markt, der von Fast Fashion und globaler Billigproduktion dominiert wird. Ihre unkonventionelle Kindheit hat sie gelehrt, gegen den Strom zu schwimmen und langfristig zu denken. Für das Unternehmen bedeutet dies: Investitionen in deutsche Arbeitsplätze, faire Produktionsbedingungen und zeitlose Kleidung statt schnelllebiger Trends.
Bonita Grupps Geschichte zeigt, dass die Herkunft aus einer Unternehmerfamilie nicht zwangsläufig Privilegien bedeutet, sondern oft eher Verantwortung und ein tiefes Verständnis für nachhaltige Geschäftsmodelle.